Kopfschmerzen & Kieferbeschwerden (CMD): osteopathische Ansätze mit Übungen

Kurzfassung: Wie Osteopathie bei kopf-/kieferbezogenen Spannungsmustern begleiten kann – mit praxisnahen Selbstübungen und klaren Hinweisen, wann ärztliche Diagnostik Priorität hat.

 

Warum Kopf & Kiefer zusammenhängen

Kiefergelenk, Kaumuskulatur, Zungenbein, Nacken und Schultergürtel arbeiten funktionell zusammen. Stress, Para­funktionen (z. B. Pressen/Knirschen) und Haltungsmuster können Reizschleifen erzeugen. Osteopathie setzt hier an, um Beweglichkeit, Spannungsbalance und Atemmechanik zu verbessern. Mehr zu spezifischer Diagnostik findest du auf unserer Seite CMD Göttingen.

 

Osteopathische Vorgehensweise

  • Anamnese: Kopfschmerztyp, Tageszeitmuster, Auslöser, Schlaf, Stress, Zahn­schienen.

  • Befund: Beweglichkeit HWS/Brustkorb, Kiefertracking, Zungenhaltung, Atemrhythmus.

  • Behandlung: dosierte parietale, viszerale und ggf. craniosacrale Techniken.

  • Integration: Eigenübungen, Alltagsanpassungen, ggf. Zusammenarbeit mit Zahnärzt:innen/Physio.

Mehr zur Arbeitsweise in unserer Praxis: Osteopathie Göttingen.

 

5 einfache Übungen für Zuhause

Hinweis: 2–3× täglich, 5–8 Atemzüge pro Übung – schmerzfrei, entspannt.

  1. Kiefer „De-Load“ (Ruheposition): Zunge an den Gaumen (hinter die Schneidezähne), Lippen geschlossen, Zähne ohne Kontakt.

  2. Masseter-Release (sanft): Mit Fingerkuppen den Kaumuskel (Wange vor dem Ohr) kreisend 60–90 s massieren, danach 5 ruhige Atemzüge.

  3. Zwerchfell-Atmung: Eine Hand auf Brustbein, eine auf Bauch. Durch die Nase ein, länger aus. Schultern bleiben entspannt.

  4. Isometrie-Balance: Unterkiefer gegen die eigene Handfläche 5 s sanft drücken (vorn/rechts/links), je 3 Wiederholungen – ohne Bewegungs­schmerz.

  5. Nacken-Gleitmobilität: Kinn leicht zur Kehle (Doppelkinn), dann den Hinterkopf sanft „lang“ machen. 6–8 Wiederholungen.

 

Wann ärztlich abklären?

  • Plötzlich neuartige, sehr starke Kopfschmerzen („Donnerschlag“)

  • Neurologische Ausfälle (Sehen, Sprache, Lähmungen)

  • Fieber, Nackensteifigkeit, Unfallereignis

  • Kieferblockaden mit deutlicher Mundöffnungs-Asymmetrie

 

Häufige Fragen (FAQ)

Hilft eine Aufbissschiene immer?
Sie kann nächtliche Belastungen reduzieren. Begleitend sind Atem-, Haltungs- und Stressregulation oft entscheidend.

Wie lange dauert es, bis CMD-Beschwerden besser werden?
Das variiert. Viele spüren nach 2–4 Wochen mit Behandlung + Übungen erste Stabilisierung.

Kann ich weiter Sport treiben?
Ja, moderat. Hohe Presslasten (z. B. schweres Heben) zunächst reduziert und mit guter Atemtechnik.

 

Nächster Schritt

Wenn du Kopfschmerzen oder Kieferbeschwerden zielgerichtet angehen möchtest, unterstützen wir dich gerne am Körper Campus.

Autor
Jörg Scheibe
Geschäftsführender Gesellschafter, Sportwissenschaftler, Gesprächstherapeut und EMS-Trainer

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